Von Lehrern, Coaches und der Suche nach dem Sinn

Wenn wir in den sozialen Netzwerken unterwegs sind, begegnen wir vielen Menschen und Meinungen. Da gibt es Menschen, die uns versprechen uns erfolgreich zu machen. Menschen, die uns fragen, ob wir mehr Geld verdienen wollen. Menschen, die uns sagen, sie wüssten wie es geht und kennen den Schlüssel zum Erfolg. Was ist an solchen Behauptungen dran? Und brauchen wir überhaupt Lehrer, Coaches oder gar einen Guru?

Vor einigen Jahren habe ich mich bereits mit der Frage auseinandergesetzt, doch scheint sie nun dringlicher denn je. Es scheint, als gäbe es unglaublich viele Experten, die wissen wie es geht. Wie man erfolgreich, reich und erleuchtet wird. Verzeih, wenn ein leichter Sarkasmus unterschwellig da zu sein scheint, doch das ist nicht meine Absicht. Tatsächlich möchte ich nicht bewerten, was jemand (von sich selbst) denkt. In erster Linie möchte ich davon ausgehen, dass jeder versucht nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Und sicherlich ziehen Menschen, die sich nützen (auf die ein oder andere Weise) einander an. Ich mag philosophische Gedanken und auch wenn sie bisweilen paradox sind, so liegt der tiefe Sinn genau darin, darüber nachzudenken, immer wieder. Vielleicht auch mal seine Meinung zu ändern. Die Perspektive zu wechseln. Etwas Verrücktes zu tun/ zu denken.

 

Sinn und Spiritualität

Warum sich immer mehr Menschen zu Yoga und auch zur Spiritualität hingezogen fühlen, liegt sicherlich an dem, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt hat. Viele Menschen stellen fest und/oder haben (unbewusst) erkannt, dass wir eben keine Maschinen sind, die nach einem speziellen Muster und Erwartungen funktionieren. Wir wurden mit einem wundervollen Gehirn ausgestattet, dass uns befähigt (teils auch verrückt) zu denken. Zu hinterfragen. Zu experimentieren. Mit einem großen Herzen, um zu lieben. Die wohl häufigste Frage der Menschheit ist die nach dem Sinn des Lebens. Der wird wohl kaum darin liegen bis zum umfallen oder bis man krank wird zu arbeiten, noch dazu in einem Beruf, der uns nicht erfüllt oder für uns keinerlei Sinnhaftigkeit enthält. Also was dann? Das kann nur jeder für sich selbst herausfinden und dazu ist es sicherlich ein Geschenk einen Lehrer, Coach oder auch Guru an seiner Seite zu haben.

Was braucht ein Lehrer?

Schon Albert Einstein wusste, dass wir Probleme niemals mit derselben Denkweise lösen können, durch die sie entstanden sind. Das bedeutet, dass wir einen Impuls von außen benötigen. Jemand der anders denkt als wir. Der eben nicht mit den gleichen Glaubenssätzen herumläuft, den gleichen Mustern und den ewig währenden Wiederholungen (wie z.B. komischerweise immer wieder an die gleichen Menschen zu geraten die uns nur ausnutzen, etc.). Jemand der uns hilft die Perspektive zu wechseln, das was wir auch gerne im Yoga tun. Und dann noch die Sache mit der Bewertung. Ein Lehrer, Coach, Guru wird Deine Muster, Verhaltensweisen, Glaubenssätze nicht bewerten, denn sicherlich hat es einen Sinn, dass Du sie hast. Zumindest hatte es mal Sinn, jetzt vielleicht nicht mehr, deshalb willst Du sie ja ändern?! Neale Donald Walsh schreibt in seinem Buch „Gespräche mit Gott“: „Der wahre Lehrer ist nicht der mit dem meisten Wissen, sondern jener, der die meisten dazu bringt, über Wissen zu verfügen.“ Nun stellt sich wiederum die Frage, wie kann das gehen? Für mich ist ein wahrer Lehrer der, der Fragen stellt, ohne eine bestimmte Antwort zu erwarten. Er scheut sich nicht davor auch einmal unbequem zu sein, denn nicht alle Fragen sind bequem. Er sieht den Menschen in seiner Einzigartigkeit, seiner Schönheit und bewertet nicht, warum der Schüler, dass so getan hat und nicht so. Es geht für jeden Einzelnen darum seinen eigenen Wert zu finden. Das wahre Selbst, der göttliche Funke, den goldenen Buddha, wie immer wir es nennen wollen. Ist es da nicht höchst anmaßend zu behaupten ich wüsste genau, was Du tun musst um Dich zu finden? Woher? Was macht mich das glauben? Weil ich näher an meines gelangt bin? Das war mein Weg. Deiner mag vollkommen anders aussehen. Ist es dann nicht auch ein von Menschen gemachtes und auf Angst basierendes Paradoxem zu behaupten, wenn man das und das tut erfährt man Erleuchtung, sieht das Licht am Ende des Tunnels o.ä.? Bin ich ein besserer Yogalehrer, wenn ich (weil jemand mir sagt, dass ich das tun soll) auf etwas verzichte (gewisse Nahrungsmittel, etc.) und dies nicht aus meinem eigenen intrinsischen Sein kommt? Wird da nicht etwas verwechselt? Für mich gilt das Paradox der undogmatischen Lehre. Sicher kann man sagen, dass auch keine Dogmen zu haben ein Dogma ist. Das mag sein. Aber mir eröffnet es den Raum jeden Menschen als das zu sehen was er ist: Ein wundervolles Wesen, voller Möglichkeiten und Kompetenzen. Meist, aus Angst, nicht sein volles Potential nutzend und entfaltend. Um noch einmal Walsh zu zitieren: „Was würde die Liebe tun?“ Eine hilfreiche Frage, wie ich finde. Denn wahre Liebe würde nicht einem anderen Menschen sein eigenes aufdrücken, mag die Erkenntnis für diesen Menschen auch noch so hilfreich gewesen sein.

Ja zum Lehrer

Was heißt das nun? Für mich ganz klar ein ja zu Lehrern, Coaches, Gurus. Sie können uns ein Licht sein, wenn es dunkel ist. Sie können uns aus unserer Komfortzone locken ohne Versprechungen zu machen. Wir sind soziale Wesen und brauchen einander. Aber immer in der Gewissheit, dass es keiner für Dich richten kann. Keiner kann Dir die Tür öffnen. Er kann neben Dir stehen und Dir Sicherheit geben, doch öffnen und hindurch gehen kannst Du sie nur alleine. Deshalb haben es auch wahre Lehrer nicht nötig, Dich davon zu überzeugen was sie vermeintlich alles können und wie weit sie schon sind. Du wirst den Lehrer finden und bekommen, den Du benötigst, ebenso, wie die Schüler, die du brauchst. Ishvara Pranidhana – hab Vertrauen und glaub nicht alles was du liest. Und auch nicht alles was du denkst. Ich wünsche dir eine spannende Reise durchs Leben. Mögen dich viele Menschen begleiten. Und abschließend noch meine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens: es (wirklich) zu leben!

Danke fürs lesen!

Namaste

Sandra

Geschrieben von : Sandra

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