Warum braucht man einen Lehrer?

Doch zurück zum Yoga… Wieso nun also ein Lehrer und wieso gar vielleicht auch immer mal wieder Einzelunterricht? Es lohnt sich der Blick zurück: Die Schüler-Lehrer-Beziehung ist und war schon immer etwas ganz besonderes. Früher wurde nur im direkten Einzelunterricht ausgebildet, dies zeigt sich noch sehr deutlich in den Upanishaden, was auch übersetzt so viel wie „nahe bei… sitzen“ heißt. Oftmals kamen die Schüler bereits als Kinder oder Jugendliche zu ihrem Lehrer und lebten dann viele Jahre mit ihm. So stellt sich nun die Frage, ob man heutzutage noch einen Lehrer/Guru braucht, oder ist dieses Konzept vielleicht schon längst überholt?

Nicht zuletzt durch einige Gurus, deren Eskapaden (Geldgier, sexuelle Kontakte zu SchülerInnen, etc.…) durch die Medien gingen, wurde diese Frage wieder aufgeworfen. Da der Begriff Guru bei uns im Westen oftmals einen etwas negativen Beigeschmack hat, sollten wir ihn also erst übersetzen: Das Wort „Guru“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „derjenige der Licht ins Dunkel bringt und damit geistige Unwissenheit (Avidya) vertreibt“. Praktisch gesehen bedeutet das, ein Guru ist jemand, der dem Menschen bestimmte Fähig- oder Fertigkeiten vermitteln kann, die er/sie selbst (noch) nicht hat. Um Yoga zu erlernen, bedarf es also einer Person, die sich damit auskennt. Genau wie in jedem anderen Bereich, den es zu erlernen gilt (Lesen, Autos reparieren, etc.…), da schließt sich der Kreis... Somit macht es durchaus Sinn, sich einen Lehrer/Guru zu suchen, um diese Fähigkeiten zu erlernen, denn er ist (bzw. sollte es sein) in der Lage, dem Schüler das Wissen/die Fähigkeiten zu vermitteln, neue Blickwinkel zu öffnen, bzw. den Schüler auf Dinge aufmerksam zu machen, die ihm vorher nicht aufgefallen sind und durch sein eigenes Beispiel, die Schüler zu inspirieren. Im Umkehrschluss heißt das, es muss nicht gleich der erste Lehrer der passende sein oder nach einer Weile stellt man fest, dass man nun einen anderen Lehrer braucht, der neue Inspiration bringt. Es ist also wichtig, sich einen guten, erfahrenen Lehrer zu suchen, der zu mir passt und mit dem ich gut arbeiten kann! Denn nicht jeder Lehrer kann mit jedem Schüler arbeiten und umgekehrt! So ist ein Lehrer also auch ein Spiegel für Dich, er stellt Fragen (nicht immer die bequemen), er ist an deinem Weiterkommen und an Deinem Wachstum interessiert und er fördert und fordert dich deinen eigenen Weg zu finden und zu gehen! Ich bin sehr dankbar für alle meine Lehrer! Natürlich gibt es einige, die mich mehr geprägt haben als andere, doch von jedem Einzelnen habe ich sehr viel gelernt, über Yoga, über mich, und das ist ein großartiges Geschenk! Es lohnt sich auf jeden Fall sich einen Lehrer zu suchen, auch ich als Lehrer, habe meine Lehrer, denn man lernt nie aus und der Weg geht weiter!
Die spannende Reise ist noch lange nicht zu Ende, so hop on ;-) See you on the mat!

namaste

„So wie ein blind geborener Mensch kein Wissen über Farbe und Form hat, kann niemand das Wissen der Wahrheit ohne die Anweisungen eines Lehrers erlangen, selbst in zehn Millionen Äonen nicht“
Tripad-Vibhuti Maha-Narayana Upanishad, Kapitel 5

Geschrieben von : Admin

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